Incoterms 2020 

30.09.2019

Seit Herbst 2020 gibt es eine neue Version der der International Commercial Terms, kurz genannt Incoterms („Incoterms 2020“), die ab kommenden Jahr in Geltung stehen sollen. Die Änderungen waren seit langem angekündigt. Die letzten Überarbeiten erfolgten daher jeweils in Abständen von 10 Jahren (1980, 1990, 2000 und 2010 und nunmehr 2020).

Die Incoterms 2020 gilt es in Zukunft zu beachten. Sie helfen im Rahmen von Kaufverträgen, aber auch im Transportgeschäft, die Pflichten der beteiligten Parteien, so insbesondere Risikoübergang und Aufgaben- und Kostenverteilung ohne Zweifel zu regeln. Unverändert ist der Grundsatz geblieben, dass die Incoterms im Einzelfall vereinbart werden müssen, damit sie gelten, und auf das Vertragsverhältnis Anwendung finden. Natürlich können die Vertragsparteien auch in Zukunft vereinbaren, dass ältere Versionen der Incoterms für den Vertrag gelten sollen. Sinnvoll wird dies in aller Regel freilich nicht sein, da der Sinn des Updates der Incoterms gerade ist, diese an die aktuellen Gegebenheiten des internationalen Handelsverkehrs, und die unterschiedlichen Transportarten, anzupassen.

Folgende Incoterms gibt es nach dem aktuellen Regelwerk ab 2020:

EXW (EX WORKS = Ab Werk) (benannter Ort)
FCA (FREE CARRIER = Frei Frachtführer) (benannter Ort)
CPT (CARRIAGE PAID TO = Frachtfrei) (benannter Bestimmungsort)
CIP (CARRIAGE AND INSURANCE PAID TO = Frachtfrei versichert)
DAP (DELIVERED AT PLACE = Geliefert benannter Ort)
DPU (DELIVERED AT PLACE UNLOADED = Geliefert benannter Ort entladen)
DPD (DELIVERED DUTY PAID = Geliefert verzollt)

FAS (FREE ALONGSIDE SHIP = Frei Längsseite Schiff) (benannter Verschiffungshafen)
FOB (FREE ON BOARD = Frei an Bord) (benannter Verschiffungshafen)
CFR (COST AND FREIGHT = Kosten und Fracht) (benannter Bestimmungshafen)
CIF (COST, INSURANCE AND FREIGHT = Kosten, Versicherung und Fracht) (benannter Bestimmungshafen)

Unter den Änderungen des Klauselwerkes sind vor allem folgende Änderungen wesentlich:

Aus der Klausel DAT (Delivered at Terminal), so wie sie noch in den Incoterms 2010 angeführt wurde, wurde die Klausel „Delivered at Place Unloaded“ (DPU). Es kann daher jeder vereinbarte Ort als Bestimmungsort gelten.

Im Rahmen der Klausel FCA („Frei Frachtführer“, benannter Ort) können die Vertragsteile vereinbaren, dass der Käufer seinen Frachtführer anweist, den Verkäufer ein Bordkonnossement auszustellen. Die Übergabe dieses Bordkonnossements an den Käufer geschieht unter Mitwirkung von beteiligten Banken.

Bei den Versicherungsklauseln („CIF“, Kosten, Versicherung und Fracht, benannter Bestimmungshafen und „CIP“, Frachtfrei versichert, benannter Bestimmungsort) wurde die Standardversicherungspflicht in eine „All-Risk“-Deckung überführt.

Die aktuelle Fassung tritt am 01.01.2020 in Kraft. Mit den Incoterms, mit denen die Verpflichtungen der Vertragsteile, die Kostentragung und die Risikoallokation geregelt wird, können Vertragsdokumente wesentlich vereinfacht werden. Dieser Grundsatz wird auch für die neue Fassung der Incoterms, die nunmehr, wie schon in den vergangenen Jahrzehnten, an die aktuelle Geschäftspraxis angepasst wurden, eingehalten werden. Nicht vergessen werden darf natürlich, dass die Incoterms nicht alle vertraglichen Eckpunkte regeln, und insbesondere Zahlungsbedingungen, Haftungsausschlüsse, Eigentumsübergang, Gerichtsstand und anwendbares Recht, Rechtsfolgen von Vertragsverstößen etc. noch gesondert, und idealerweise im Sinne der jeweils eigenen Interessenslage, vertraglich geregelt werden müssen.

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