Sorgfaltspflichten bei Operationen

16.05.2015

Dass Ärzte im Zusammenhang mit Operationen weitreichende Sorgfalts- Aufklärungs- und Dokumentationspflichten treffen, und sie für Fehlverhalten haften, ist weithin bekannt. Ärzte schulden also weit mehr als die Behandlung an sich. Kürzlich hat der Oberste Gerichtshof auch klargestellt, dass Ärzte Patienten nach der Durchführung der Operation, zumindest bis die Patienten in den Aufwachraum überstellt werden, sorgfältig beaufsichtigen müssen.

Im entschiedenen Fall (7Ob85/13w )verließ zunächst der Operateur den Operationssaal und überließ die (nur noch relativ oberflächlich narkotisierte) Patientin der Obhut des Anästhesisten und des Operationsgehilfen. Der Anästhesist, als nunmehr einziger Arzt, verließ den Operationssaal ebenfalls für zwei bis drei Minuten, um ein mobiles Pulsoximeter zu holen. Die Patientin, sie befand sich einstweilen noch am Operationstisch, wurde daher mit nur einem Operationsgehilfen allein gelassen. In der Folge stürzte die Patientin, die sich in Halbnarkose aufsetzen wollte, vom Tisch und verletzte sich. Der OGH bejahte die Haftung des Anästhesisten, auch wenn die Verletzung nicht Folge einer medizinischen Komplikation war. Ob der Anästhesist auch gehaftet hätte, wenn im Operationssaal mehr als ein Operationsgehilfe anwesend gewesen wäre, ließ der Oberste Gerichtshof jedoch offen.

Für Ärzte wird damit die Latte höher gelegt, Patienten können sich aber freuen. Der OGH bekräftigt damit nämlich seine ständige Rechtsprechung betreffend der umfangreichen Überwachungs- und Sorgfaltspflichten von Ärzten im Rahmen einer Operation.

Autor: Univ.-Lekt. Dr. Stefan Lausegger

Das könnte dir auch gefallen

Sorgfaltspflichten bei Operationen

Dass Ärzte im Zusammenhang mit Operationen weitreichende Sorgfalts- Aufklärungs- und...